|
Zum Auftakt der am Dienstag, begonnenden CeBIT haben Entwicklungs- und
Umweltorganisationen einmal mehr die Arbeitsbedingungen in der
IT-Branche verurteilt. Germanwatch, WEED und die Christliche Initiative
Romero riefen die CeBIT-Aussteller dazu auf, weltweit faire Verhältnisse
zu schaffen. Zuvor hatte das NGO-Netzwerk makeITfair mehrfach unwürdige
Bedingungen in der Elektronik- sowie der Handybranche aufgezeigt (pressetext
berichtete: http://pressetext.com/news/090312004/). Im Rahmen der Messe
soll nun mit einem eigenen Stand auf die umfangreichen Probleme
aufmerksam gemacht werden.
Den Organisationen zufolge gibt es bisher "noch keine sozial gerechten
und wirklich grünen IT-Geräte". Für unwürdige Bedingungen etwa in der
Handyproduktion sind jedoch auch die Mobilfunkbetreiber
mitverantwortlich, wie Cornelia Heydenreich, makeITfair-Koordinatorin
und Referentin Unternehmensverantwortung bei Germanwatch, gegenüber
pressetext betont. Nicht nur die Hersteller, die ihre Produktneuheiten
bei der CeBIT präsentieren werden, müssten Verantwortung übernehmen,
sondern auch diejenigen, die sie vertreiben.
Öffentliche Hand und Verbraucher in der Pflicht
"Die immer günstigeren Preise für Geräte einer vernetzten Welt dürfen
nicht auf Kosten der Arbeiterinnen in den Entwicklungsländern gehen",
meint Heydenreich. Arbeitsbedingungen bei Zulieferern namhafter Konzerne
verletzen häufig nationale Gesetze, Konventionen der internationalen
Arbeitsorganisation und selbst die eigenen Verhaltenskodizes der
Produzenten (pressetext berichtete: http://pressetext.com/news/080925003/).
"Durch Preisdruck bewirkte exzessive Überstunden und
Menschenrechtsverletzungen dürfen weder Hersteller noch Verbraucher in
Europa in Kauf nehmen", unterstreicht Heydenreich.
WEED will die öffentliche Hand in die Pflicht nehmen, da Bund, Länder
und Kommunen rund ein Fünftel der Hard- und Software einkaufen. Dabei
herrsche jedoch das Prinzip "Geiz ist geil". "Der öffentliche Einkauf
könnte ein wichtiges Steuerungsinstrument sein, um Umweltstandards und
Arbeitsrechte in der globalen IT-Produktion zu stärken", so Sarah
Bormann von WEED. Die Christliche Initiative Romero fordert zudem mehr
Transparenz, um es Kunden zu ermöglichen, Informationen über die Folgen
der IT-Produktion auf Umwelt und betroffene Menschen zu erhalten.
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Manuel Haglmüller
email: haglmueller @pressetext . com |