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Die sichere Übertragung von Informationen bei Online-Geschäftsprozessen
und in der E-Mail-Kommunikation ist aus dem modernen Geschäftsalltag
nicht mehr wegzudenken. Eine steigende Anzahl von Unternehmen setzt
daher auf den Einsatz elektronischer Zertifikate und eine eigene
Public-Key-Infrastruktur. Während eine unternehmenseigene
Zertifizierungsstelle (Corporate Certification Authority) in puncto
Flexibilität und Kontrolle einige Vorteile bietet, gibt es aber auch
einen entscheidenden Nachteil. Denn die eigenen Private-Root-Zertifikate
werden von Webbrowsern und vielen Applikationen nicht automatisch als
vertrauenswürdig eingestuft, was zur Verunsicherung bei Anwendern führt.
Weltweite Vertrauenswürdigkeit
Abhilfe schafft in diesem Fall das sogenannte Root Signing. Das
bedeutet, dass Unternehmen ihre eigenen Zertifikate unter das
vertrauenswürdige Root eines international anerkannten
Zertifizierungsanbieters stellen. Die unternehmenseigenen Zertifikate
werden nach dem Root Signing von allen gängigen Betriebssystemen und
Browsern erkannt, ohne dass Mitarbeiter und Kunden auf ihrem Computer
das unternehmenseigene Stammzertifikat manuell installieren müssen. Denn
dieser Umstand führt sonst gerade bei IT-fernen Durchschnittsusern immer
wieder zu Problemen.
Diese Erfahrung musste auch die IT-Abteilung der Schweizer Migros-Gruppe
nach der Einführung einer unternehmenseigenen Zertifizierungsstelle
machen. "Viele User waren damals mit unserer Stand-alone-CA überfordert,
wenn sie vom benutzten Browser oder dem E-Mailprogramm die Fehlermeldung
angezeigt bekamen, dass unserem Zertifikat nicht vertraut wird", sagt
Rudolf Gisler, IT-Application Security Officer beim Migros
Genossenschaftsbund http://www.migros.ch im Gespräch mit pressetext.
Kein Feedback bestes Feedback
"Innerhalb der Migros-Gruppe, die rund 84.000 Personen umfasst, setzen
wir daher seit vier Jahren auf Root Signing. Dadurch können wir
garantieren, dass unsere unternehmenseigenen Zertifikate von den
verschiedenen Betriebssystemen und Browsern automatisch als
vertrauenswürdig eingestuft werden - aus Benutzersicht ein enormer
Fortschritt", erklärt Gisler. "Die Reklamationen haben seit damals
aufgehört. Dass wir kein Feedback mehr erhalten, ist für uns die beste
Bestätigung, dass nun alles problemlos funktioniert."
Als Vorteil von Root Signing gilt auch, dass die geschäftsinternen
Prozesse weiterhin selbst definiert werden können, da die Corporate CA
beibehalten werden kann. Mitarbeiter und Kunden sollten folglich von der
sicheren Kommunikation im Internet im Normalfall gar nichts mitbekommen.
Aber auch der Kostenfaktor stellt ein wesentliches Argument für die
Verwendung von Root Signing dar, da die offizielle Absegnung der eigenen
Zertifikate bei den jeweiligen Software- und Serviceanbietern mit hohem
Aufwand verbunden wäre.
Kostenfaktor als Entscheidungshilfe
"Root Signing ist eine kostengünstige Alternative, da keine aufwändigen
Akkreditierungsprozesse bei den Root-Programmen von Betriebssystem- und
Applikationsherstellern durchlaufen werden müssen", erklärt Carl
Rosenast, CEO des Root-Signing-Anbieters QuoVadis http://www.quovadis.ch,
gegenüber pressetext. "Zertifikate können sowohl im internen Einsatz als
auch in der Kommunikation mit Dritten eingesetzt werden und erhalten
nach dem Root Signing sofort eine weltweite Anerkennung", so Rosenast.
Sichere Kommunikation für Konzerne längst Alltag
Während kleinere und mittlere Betriebe sich teilweise immer noch an das
Thema der sicheren Online-Kommunikation herantasten, zählen
Verschlüsselungs- und Authentifzierungstechnologien für die großen
Konzerne längst zum Geschäftsalltag. "Die Kommunikationswege und
Geschäftsprozesse finden heute zu einem wesentlichen Teil über das
Internet statt. Für ein Unternehmen in der Grössenordnung wie Coop
http://www.coop.ch ist der Einsatz von Zertifikaten daher unumgänglich,
um die eigene Glaubwürdigkeit zu gewährleisten", erklärt Sidney Soejima,
Leiter Internet-Sicherheit bei Coop, im pressetext-Interview.
Für Coop, das täglich mit Tausenden von Lieferanten und
Geschäftspartnern zu tun hat, kommt eine Lösung ohne offiziell
signiertes Root Zertifikat daher nicht in Frage. "Technisch gesehen ist
Root Signing eine einfache Sache. Die von den Anbietern vorgeschriebenen
Auflagen für die Implementierung stellen eine gewisse organisatorische
Herausforderung dar, garantieren jedoch den hohen Sicherheitsstandard",
sagt Soejima. Darüber hinaus seien das Prozedere und die Anforderungen
für alle Mitbewerber und Geschäftspartner die gleichen, was zusätzliches
Vertrauen schaffe, meint Soejima gegenüber pressetext.
Aussender: pressetext.schweiz
Redakteur: Martin Jan Stepanek
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