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Die Antiviren-Experten von F-Secure haben einen Trojaner beobachtet, der
User mit angeblich entdeckten Filesharing-Raubkopien auf ihrem Rechner
erpresst. Wer nicht reumütig 400 Dollar für eine außergerichtliche
Einigung zahlt, wird dabei mit einer Klage wegen dem Copyright-Verstoß
bedroht. Dabei setzt der Schädling nicht nur auf die vorgespiegelte
Seriosität der angeblichen Rechtsanwaltskanzlei "ICPP Foundation",
sondern auch auf das Service mehrsprachiger Informationen.
Zwar sind betrügerische Tricks, bei denen Cyberkriminelle User erst
verunsichern und letztendlich zu einer unnötigen Zahlung veranlassen
wollen, nichts neues. "Mir war aber bisher kein Erpressungs-Trojaner
untergekommen, der Copyright-Verletzungen als Druckmittel nutzt", betont
F-Secure-CRO Mikko Hyppönen gegenüber pressetext.
Filesharing-Klagen als Druckmittel
Ob sich der Trojaner über Torrents oder auf anderem Weg verbreitet, ist
dem F-Secure-Experten zufolge noch unklar. Jedenfalls sind gerade
Filesharer User, auf die es die Hintermänner abgesehen haben. Denn der
angebliche Raubkopien-Scanner wird natürlich fündig und droht damit,
entsprechende Informationen an Rechtinhaber-Vertreter und Gerichte
weiterzuleiten. Ein Strafmaß von bis zu fünf Jahren Haft und 250.000
Dollar Geldbuße sollen den User vom Vorteil der günstigeren Alternative
überzeugen.
Die Cyberkriminellen hinter dem Trojaner spiegeln vor, mit
Rechteinhaber-Vertretern wie der Copyright Alliance http://www.copyrightalliance.org
oder der Recording Industry Association of America in Verbindung zu
stehen. Außerdem nervt die Malware bei jedem Systemstart mit dem Verweis
auf die angeblichen Copyright-Verstöße. Angesichts realer
Filesharing-Urteile mit hohen Schadenersatzzahlungen entsteht so ein
beachtlicher Druck auf infizierte User.
Pseudo-seriös in zehn Sprachen
Bemerkenswert ist laut Hyppönen, dass der angebliche Raubkopien-Scanner
Informationen gleich in zehn EU-Sprachen, darunter auch Deutsch, bietet.
Das gilt auch für eine Webseite mit angeblichen Informationen über die
europäische Copyright-Rechtslage, die aus der Raubkopien-Warnung heraus
aufgerufen werden kann. Die ICPP Foundation hat sogar eine eigene
offiziell aussehende Webseite unter icpp-foundation.com, um den seriösen
Schein perfekt zu machen.
"Ich bin sicher, dass so mancher tatsächlich zahlen wird", meint daher
Hyppönen. Das ist freilich ein großer Fehler, da die Anwaltskanzlei so
falsch ist wie der Raubkopien-Scanner. Die ICPP-Foundation-Domain wurde
auf einen Namen registriert, der dem Experten zufolge unter anderem
schon in Zusammenhang mit dem Social-Networks-Wurm Koobface aufgetaut
ist. "Zahlen Sie diesen Clowns ja nichts. Wenn Leute zahlen, wird das
Problem nur größer", mahnt daher Hyppönen.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Thomas Pichler
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