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Sogenannte Fake-AV-Software, die User mit gefälschten Virenwarnungen zum
Kauf eigentlich nutzloser Antiviren-Tools animieren will, ist auf dem
Vormarsch. Google-Experten haben in einer Analyse festgestellt, dass
bereits 15 Prozent aller Malware-Seiten im Web mit den
Sicherheitsängsten der Nutzer spielen. Noch ausgeprägter ist der Trend
demnach bei Malware-verseuchter Web-Werbung. Hier liefert bereits die
Hälfte falsche Antiviren-Software aus.
Für Ralf Benzmüller, Leiter der G Data SecurityLabs, ist diese
Entwicklung nicht überraschend. „Fake-AV ist letztendlich ein
Geschäftsmodell in einem rechtlichen Graubereich, bei dem das ergaunerte
Geld nicht erst gewaschen werde muss“, erklärt er im Gespräch mit
pressetext. Das mache den Trick für Cyberkriminelle besonders attraktiv.
Falsche Antiviren-Software im Trend
Der Fake-AV-Ansatz ist einfach. Durch infizierte Webseiten oder
Werbebanner wird einem User eine gefälschte Virenwarnung angezeigt, die
ihn zum Kauf eigentlich nutzloser, falscher AV-Software bewegen soll.
Dieser Trick ist Google erstmals im März 2007 untergekommen, so der
Sicherheitsexperte Niels Provos im Google Online Security Blog. In den
vergangenen 13 Monaten habe man nun analysiert, wie verbreitet diese
Form der Bedrohung ist.
Bei verseuchter Werbung hat sich die Nutzung des Tricks demnach
innerhalb nur eines Jahres verfünffacht, sodass nun schon die Hälfte der
infizierten Web-Anzeigen Fake-AV-Software liefern. Bei Malware-Domains,
die auf aktuell im Trend liegende Suchbegriffe setzen, betrage der
Anteil der Fake-AV-Attacken sogar schon 60 Prozent. Insgesamt sind die
Google-Experten bei der Analyse auf mehr als 11.000 Domains gestoßen,
die Fake-AV-Software vertrieben, was fast ein Sechstel aller gefundenen
Malware-Domains war.
Vorsicht bei unerwarteten Warnungen
Für User sollte vor allem das unerwartete Auftauchen einer Virenwarnung
ein Warnsignal sein. „So eine Marketingmaßnahme würde schließlich kein
seriöser AV-Anbieter nutzen“, betont Benzmüller. Im Zweifelsfall rät er
außerdem, die angebliche AV-Software bei Virus Bulletin http://www.virusbtn.com
oder in Tests bekannter Computerzeitschriften zu suchen. Denn wenngleich
immer mehr etablierte Anbieter auch Online-Scanner anbieten, gibt es nur
selten wirklich neue Namen auf dem Markt. Entsprechend skeptisch sollte
man sein, wenn ein völlig unbekanntes angebliches AV-Produkt angepriesen
wird.
Genauere Details zu ihrer Analyse werden Provos und Kollegen Ende April
im Rahmen des 3rd USENIX Workshop on Large-Scale Exploits and Emergent
Threats http://www.usenix.org/events/leet10/ präsentieren. Die
Cyberkriminellen scheinen indes das Prinzip hinter dem Fake-AV-Trick
auch neu zu verpacken. Erst Anfang dieser Woche hatte F-Secure vor einer
Attacke gewarnt, die ebenfalls auf das Verunsichern des Users setzt,
dabei aber mit Filesharing-Klagen droht (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100413002/).
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Thomas Pichler
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