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Ein Team tschechischer IT-Sicherheitsforscher http://www.matousec.com
hat nach eigenen Angaben eine Angriffsmethode gefunden, welche die
Antiviren-Industrie erschüttern wird. Denn jede aktuelle AV-Software
unter Windows könne weitgehend ausgehebelt werden. Dazu macht sich der
Ansatz zunutze, dass sich die Sicherheitsprogramme mittels sogenannten "Hooks"
tief in das System einklinken. Den Forschern zufolge sind von knapp drei
Dutzend getesteten AV-Produkten alle für ihren Angriff anfällig.
Der Arbeit mit dem Titel "KHOBE - 8.0 earthquake for Windows desktop
security software" zufolge genügt es dabei, Code mit einem Nutzeraccount
ohne Privilegien auszuführen. "Ein Angriff wäre demnach durchaus
realistisch. Ich bin überzeugt, dass wirklich professionelle
Cyberkriminelle sich ansehen werden, wie sie dieses Forschungsergebnis
verwerten können", meint Rik Ferguson, Senior Security Advisor bei Trend
Micro, gegenüber pressetext.
Einklinken erlaubt Einschleusen
Die Methode der Tschechen nutzt die Hooks aus, die AV-Programmen unter
anderem als Schutz gegen Malware-Attacken dienen. Eigentlich kann die
Schutzlösung dadurch Softwareanweisungen prüfen, ehe sie tatsächlich zur
Ausführung gebracht werden. Die Attacke setzt nun darauf, den
Virenschutz erst harmlosen Code scannen zu lassen. Dieser wird danach im
genau richtigen Moment durch beliebigen Schadcode ersetzt, der somit vom
Betriebssystem ausgeführt wird. Somit wäre die AV-Software letztlich
unwirksam.
Das erforderliche exakte Timing werde durch moderne
Multicore-Prozessoren erleichtert, so die Forscher. Der Ansatz wurde
demnach für Windows XP Sevice Pack 3 und Windows Vista Service Pack 1
erfolgreich getestet, sei aber auch auf Windows 7 und selbst für
64-Bit-Versionen geeignet. Freilich muss für den ersten Angriff
irgendwie Schadcode auf dem Rechner ausgeführt werden. "Das könnte aber
einfach durch Ausnutzen von Schwachstellen-Exploits geschehen", meint
Ferguson.
Alle Anbieter betroffen
Die Tschechen gehen davon aus, dass jede AV-Software für ihren Angriff
anfällig ist. In Test haben sie das nach eigenen Angaben für über 30
Produkte diverser Anbieter von AVG über F-Secure, McAfee und Symatec bis
hin zu Trend Micro auch nachgewiesen. Für Ferguson zeigt das ein viel
grundlegenderes Problem auf. "Bei normalen
Endpoint-Security-Architekturen laufen die Schutzlösungen in der
gleichen logischen Umgebung wie die Malware, vor der sie schützen soll",
erklärt er.
Zukünftige Sicherheitslösungen werden dieses Problem teils gar nicht
mehr haben. So verweist Ferguson auf eine Zusammenarbeit von Trend Micro
mit dem Virtualisierugsspezialisten VMware an neuen
Programmierschnittstellen. "Es wird kein Endpoint-Agent mehr nötig sein.
Stattdessen wird Anti-Malware in einer Security Virtual Appliance unter
dem Hypervisor laufen", erklärt der Experte. Die Schutzlösung werde also
logisch von der zu schützenden Maschine getrennt sein.
Aussender: pressetext.austria
Redakteur: Thomas Pichler
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