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Anlässlich des heutigen "Welttags gegen
Internetzensur", hat Reporter ohne Grenzen (ROG) http://www.rsf.org wie
jedes Jahr am 12. März den aktuellen Bericht der "Feinde des Internets"
veröffentlicht. Der Titel des Berichts "Web 2.0 versus Control 2.0"
verweist bereits darauf, dass sich der Kampf um den freien Zugang zu
Informationen im Internet noch verschärft hat.
Auf der einen Seite versuchen immer mehr Länder bzw. Regierungen die
Internetzensur zu verschärfen. Auf der anderen Seite werden immer mehr
Aktivisten, die gegen politische Unterdrückung ankämpfen, im Web aktiv
und versuchen über Twitter und Co zu demonstrieren und andere zu
mobilisieren. Oft sind auch wirtschaftliche Interessen von den
Zensurmaßnahmen betroffen. In manchen Ländern verfügen Unternehmen über
bessere Internetverbindungen und Zugang zu Medien, was auch positive
Folgen für die Bevölkerung haben kann.
Daher sei die Internetzensur auch als Hürde für den Welthandel zu sehen.
Webzensur sollte daher auf der Agenda der World Trade Organisation (WTO)
stehen, mahnt Reporter ohne Grenzen.
Massenbewegungen
Die Zeiten, in denen das Internet hauptsächlich von Dissidenten und
deren Gegnern genutzt wurde, sind vorbei. Heute müssen sich bestimmte
totalitäre Staaten damit auseinandersetzen, dass sich nicht nur einzelne
Personen im Netz ihren Repressionen widersetzen. Wie das Beispiel Iran
zeigte, gibt es mittlerweile richtige "Twitterrevolutionen", die
Menschenmassen auf der ganzen Welt bewegen.
Im Gegenzug greifen die repressiven Regierungen zu immer mehr
technischen Hilfsmitteln, um das Web in ihre Gewalt zu bekommen. 2009
wurde in rund 60 verschiedenen Ländern zu Internetzensurmaßnahmen
gegriffen - doppelt so viel wie vor einem Jahr (pressetext berichtete:
http://www.pressetext.at/news/090312012/).
Feinde des Internets
In der aktuellen Liste der "Feinde des Internets" finden sich Länder wie
Saudi-Arabien, Burma, China, Nordkorea, Kuba, Ägypten, Iran, Usbekistan,
Syrien, Tunesien, Turkmenistan und Vietnam. Diese Länder missachten die
Meinungsfreiheit laut ROG am stärksten. "Unter Beobachtung" stehen aber
auch Nationen wie Australien und Südkorea. Die Türkei und Russland
wurden erstmals in diese Kategorie herunter gestuft. In Russland sei
zwar die Überwachung durch den Kreml nach wie vor besorgniserregend,
aber im Web sei inzwischen am ehesten ein freier Informationsaustausch
möglich, so der Bericht.
Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Claudia Zettel
email: zettel @ pressetext . com
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